HOBA mal drei

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Drei Vollkornbrot auf einmal im Holzbackrahmen backen

In diesem Beitrag geht es ursächlich nicht um das Brot backen. Ich wollte mehr Brote auf einmal backen, um z.B. meiner Mutter auch Brote mitbringen zu können. Da ich aber häufig im Topf oder eben im Holzbackrahmen backe, ist es immer nur ein Brot. Meistens habe ich dann einen Teil unseres Brotes abgeschnitten und ihr gegeben. Das hatte aber zur Folge, dass wir zu wenig Brot hatten und ich alsbald wieder backen musste. Das mache ich zwar gerne, aber auch ich habe dafür nicht ständig Zeit.

Einen dreifachen Holzbackrahmen bauen

Daher habe ich überlegt, dass ein dreifacher Holzbackrahmen, bei dem ich die Maße frei wählen könnte, perfekt wäre um viel Brot auf einmal zu backen. Nun gibt es auf dem Markt nicht gerade ein großes (gar kein) Angebot für einen dreifachen Rahmen. Zweifach ja, dreifach nein. Eine Möglichkeit war, sich einen anfertigen zu lassen. Ich habe diese Möglichkeit erwogen und mir auch ein Angebot dafür eingeholt. Die Kosten wären bei 85 € gewesen. Für die Arbeit und das Holz durchaus ok, aber dennoch eine verhältnismäßig große Investition für eines unter vielen Backutensilien, die ich besitze. Eine andere Möglichkeit war, nach Zuschnittholz zu suchen. Gebraucht wird ein hartes Massviholz, das nicht geleimt und nicht behandelt ist. In Frage kommen dafür z.B. Ahorn, Buche und Walnuss. Aber auch von Birne, Apfel und Erle habe ich schon gehört. Angebote dieser Art sind aber wiederum selten und wenn doch, so teuer, dass es auch nicht lohnt. Mehr zufällig bin ich auf die Seite eines Auktionsportals gestossen, wo Holzreste angeboten wurden, die die erforderlichen Kriterien erfüllten. Angeboten wurden Holzleisten aus Ahorn. Auch gab es den Zusatz, dass das Holz auf Maß zugesägt werden könnte. Denn das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung, um so ein Projekt selber durchzuführen. Weil – nein, ich habe keine sensationell ausgestattete Hobbywerkstatt. Leider!

So habe ich den Kontakt aufgenommen und ein gutes Angebot erhalten. Das Holz wurde kostenlos zugeschnitten. Die Gesamtkosten, incl. Versand (relativ teuer) beliefen sich auch 29 €. Das war ein Wort!

Wie muss man vorgehen?

Zunächst musst du deinen Backofen ausmessen, damit du überhaupt weißt, welche Größe eines Backrahmens reinpassen würde. Messe zwischen den Schienen und zieh noch 1-2 Zentimeter ab. Ebenso die Tiefe deines Auszuges. Schau auch nach, welche Größe dein Stahl oder Stein hat, denn dort musss es drauf stehen. Berechne es nicht zu knapp, der Holzbackrahmen incl. Teig ist recht schwer (ca.7.5 Kg) und du wirst froh sein, wenn du es einfach auf dem Stahl abstellen kannst. Rumrücken ist nicht so einfach!

Größe des Rahmens

Eine weitere Berechnung, die ich getätigt habe, ist auszurechnen, wie groß ich die Abschnitte innerhalb des Rahmens haben möchte um ca. 1,5 – 1,6 Kg Teigeinwaage einfüllen zu können. Außerdem wollte ich nicht, dass die errechneten Zahlen innerhalb des Rahmens so ungerade sind, dass es bautechnisch blöd auszumessen ist.

Die Außenmaße meines Rahmens sind jetzt 39,5 B x 30 T x 10 H.
Die Innenmaße je Abteil 10,5 B x 26 T x 10 H.
→ Die Holzstärke beträgt 2 cm

Vielleicht möchtest du auch noch innerhalb eines Abteils das Brot abteilen? Dann brauchst du noch entsprechende Trennbrettchen.

Mein Werkzeug

Im Grunde nur eine Bohrmaschine.

Was ich sonst noch gebraucht habe: 16 Spannplattenschrauben 5×50, Holzbohrer 4 mm, Paketklebeband, kleine Schraubzwinge für meine Bohrhilfe, 2 kleine Leisten für die Bohrhilfe, Stift zum Anreißen von Maßen, Schleifpapier, einen Metallwinkel, Zollstock

Schritt für Schritt:

Das sind die verwendeten Holzbauteile, die bereits geschliffen waren:

2 x 39,5 x 10 cm
4 x 26 x 10 cm

Holz Ahorn – Stärke 2 cm

Auf dem obersten Brett siehst du die Bohrschablone, die ich vorher angefertigt habe. Du kannst die Maße aber auch direkt auf das Holz übertragen.

Hier habe ich schon mal alles so zusammengestellt, wie es später mal gebaut werden soll.

Das Brettchen mit der Schablone siehst du links.

Die Schablone nochmal näher. Aufgezeichnet habe ich die Stellen, wo die kürzeren Brettchen befestigt werden sollten und die Bohrlöcher. Die Bohrlöcher sind

  1. in der MItte der Stirnseite
  2. 2 cm vom Rand entfernt

Da ich keinen Bohrständer besitze habe ich mir mit diesem Hack beholfen. Es sind zwei kleine Leisten, die versetzt mit einer Schraubzwinge zusammen gehalten werden. An dieser entlang habe ich gebohrt.

Meine Bohrschablone habe ich auf eines der längeren Brettchen geklebt und dann die Löcher gebohrt. Dann das Brettchen auf das nächste längere Brettchen gelegt und durch die schon gebohrten Löcher durchgebohrt. Die zwei Brettchen habe ich vorher mit Paketklebeband verbunden, damit sie nicht verrutschen.

Anschließend habe ich die ganzen Teile, so wie sie mal später zusammenhängen sollten, mit Paketklebeband verbunden und durch die Löcher der längeren Brettchen in die Stirnseite der kürzeren Brettchen gebohrt. Jetzt kannst du noch eine kleine Vertiefung für den Schraubenkopf bohren und dann alles mit den Schrauben verbinden. Dabei mit dem Winkel immer mal nachmessen, ob das Ganze auch winkelhaltig ist. Mit dem Zollstock die Abstände kontrollieren.

Bereits alles verbunden.

Anschließend habe ich mit einem feinen Schleifpapier die Kanten gebrochen (das könntest du natürlich auch schon vorher machen…).

Die Ansicht von der anderen Seite mit den Schrauben.

Außerdem mit den lose reingestellten Trennbrettchen.

Wenn alles fertig ist, muss der Rahmen eingebrannt werden. Manche Anleitung sieht dafür einen Durchgang vor, andere zwei. Da das nicht mein erster Backrahmen ist und ich die Erfahrung gemacht habe, dass das Brot gerne mal haften bleibt, wenn der Rahmen nicht gut eingebrannt ist, habe ich mich für zwei Durchgänge entschieden.

Pinsele den ganzen Backrahmen von allen Seiten mit raffiniertem Rapsöl ein und brenne ihn dann bei 200° im Backofen für 45 Minuten ein. Es ist sinnvoll etwas unter den Backrahmen zu legen, wie eine Backfolie oder ein zusätzliches Backblech, da das Öl in den Backraum tropft.

Lass den Backrahmen anschließend auskühlen und wiederhole dann den Vorgang. Beim Backen selbst, solltest du den Backrahmen entweder immer mit Öl einpinseln (jetzt reicht innen) oder, wie ich es mache mit Trennspray einsprühen (Siehe Zubehör)

Hier siehst du nochmal den fertigen Backrahmen.

Nun geht es zum Backen von einem dreifachen HOBA Vollkornbrot (in groben Zügen)

Das Rezept für das Hoba Vollkornbrot kannst du in dem oben benannten Link finden. Die Gesamtmenge waren bei mir 4.650 g. Das ist eine Menge, die nicht alle Küchenmaschinen schaffen! Ich benutze die Wilfa Probaker, da hat es gerade so geklappt.

Der Teig ist nun im Holzbackrahmen, ca. bis zur Hälfte der Höhe eingefüllt. Jetzt muss er noch mit Wasser glatt gestrichen und dann abgedeckt zur Gare gestellt werden.

Den Gärvorgang habe ich auf dem Unterteil meines Gärautomates von Brod & Taylor vorgenommen. Wichtig ist natürlich, da der Backrahmen unten offen ist, dass er immer auf etwas draufsteht. In meinem Fall ist es zunächst eine Dauerbackfolie und dann der Einschießer aus Holz.

Temperatur: 26° (wobei hier durch das Holz bedingt nicht die komplette Wärme oben ankommt).

Der Holzbackrahmen im Backofen. Ganz unten siehst du Edelstahlkugeln in einem Metallbehälter. Diese dienen dem Bedampfen. Der Holzrahmen selbst steht mitsamt der Backfolie auf einer Stahlplatte.

Die Backzeit ist in dem neuen und somit hellen Rahmen, deutlich von der in meinem alten und sehr dunklen Backrahmen, abgewichen. Auch die Temperatur in den einzelnen Abteilen war verschieden. Das bedeutet, dass man immer die Kerntemperatur messen sollte!

Und was meinst du?

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